Die Militärfestung Capo d’Orso liegt in einer beeindruckenden Felslandschaft an der Küste Sardiniens. Der Entwurf beschäftigt sich mit der Frage, wie ein ehemaliger militärischer Ort in ein öffentliches Museum verwandelt werden kann, ohne seine Geschichte zu verlieren.
Entworfen wurde ein Militärmuseum, das die bestehende Festungsanlage respektiert und durch neue architektonische Elemente ergänzt. Die alten Steinräume bleiben erhalten und werden für Ausstellungen, Bücher, Installationen und historische Inhalte genutzt. Der Besucher bewegt sich durch kleine, intime Räume und erlebt die Geschichte des Ortes Schritt für Schritt.
Der neue Baukörper ergänzt die Festung funktional. Er liegt wie ein ruhiger Eingriff in der Landschaft und nimmt die Formen der Felsen auf. Seine verspiegelte Fassade reflektiert die Umgebung und lässt das Gebäude mit dem Berg verschmelzen. Im Inneren befinden sich öffentliche Funktionen wie Café, Küche, Rezeption, Lager und Hotelbereiche für Gäste, die länger an diesem Ort bleiben möchten.
Die Basis des Entwurfs ist ein neues Konzept für die Verbindung von Alt und Neu. Der neue Baukörper liegt auf schlanken Stahlstützen und schafft darunter einen geschützten Bereich. Das Dach wird als öffentlicher Ort genutzt. Von dort aus öffnet sich ein Panorama über das Meer, begleitet von Bildern, Projektionen und visuellen Achsen zur Landschaft.
So entsteht ein Museum, das nicht nur Geschichte zeigt, sondern den Ort selbst zum Teil der Ausstellung macht. Aus einer Architektur des Krieges wird ein Ort der Erinnerung, Kultur und Begegnung.
Tektonik.Skulptur
Freizeit-, Sport- und Kommunikationszentrum | Schmalkalden
TRAUTWEIN.PARTNER Architekten und Ingenieure
Wettbewerb 2018 I Schmalkalden
Der Entwurf für das neue Quartierszentrum in Schmalkalden ist aus der Geschichte und Geologie des Ortes entwickelt. Schmalkalden war über Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum der Eisen- und Stahlverarbeitung. Diese Vergangenheit bildet die konzeptionelle Grundlage des Projekts.
Inspiration für die architektonische Form ist Hämatit, auch Eisenglanz oder Roteisenerz genannt. Das Mineral besitzt eine kristalline Struktur und einen starken metallischen Glanz. Diese Eigenschaften werden in eine skulpturale Architektursprache übersetzt: kantige Baukörper, klare Linien und eine prägnante Dachform bilden eine neue Geste am Eingang des Wohngebiets.
Städtebaulich entsteht eine kristalline Struktur entlang einer Achse zwischen dem Wohngebiet Walperloher Berg und der fußläufigen Verbindung zum Stadtzentrum Schmalkaldens. Die einzelnen Baukörper folgen der Topografie und bilden kaskadenartige Ebenen, die den Hang räumlich gliedern.
Den Auftakt bildet das Kommunikationszentrum. Von der Allendestraße kommend wird es durch seine markante Dachform sichtbar und setzt ein neues Zeichen im Quartier. Über eine Kaskadentreppe wird der Besucher weiter durch das Gelände geführt. Entlang dieser Schneise reihen sich das Sportzentrum und der Sportplatz an.
Der Radweg Rennsteig Werra trennt und verbindet zugleich die beiden Hauptbereiche. So entsteht ein neuer öffentlicher Ort, der Bewegung, Begegnung und Orientierung miteinander verbindet und dem Wohngebiet einen klaren architektonischen Auftakt gibt.